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Wenn ihr mich sucht, ich bin im Wandel

Mit diesen Worten verließ ich Ende 2017 meine Heimat Seitdem veränderte sich mein Leben in vielerlei Hinsicht schlagartig. 

Die erste eigene Wohnung allein. Lisa, das Landei zieht vom Ende der Welt mitten in die Großstadt.

Ich nutzte die ersten zwei Monate des Jahres gänzlich, um wieder in die Fotografie einzusteigen, welche ich aus privaten Gründen fast ein ganzes Jahr liegen gelassen hatte.

 

Ich war erstaunt, wie sich mein Stil und mein Blick innerhalb dieser Zeit verändert hatten. Umso reifer wir werden, und umso mehr wir uns selbst definieren, desto reifer und authentischer werden scheinbar auch unsere Arbeiten und unser Handeln allgemein.

 

Ich lernte, mein eigenes Leben zu leben. Nicht nur zu leben, sondern es zu genießen und zu lieben. 

Die Menschheit hat ein großes Problem, die Angst vor dem allein sein.

Die Angst vor der äußeren Ruhe und vor allem der inneren Unruhe. 

 

Mit dem Satz: 'Ich höre auf zu fotografieren.' habe ich euch hier her gelockt.

Was es damit auf sich hat, wie es weitergeht und was mich zu dieser Entscheidung getrieben hat

möchte ich euch nun etwas ausführlicher erklären.

Ich zäume das Pferd einfach mal von hinten auf. 

Seit 5Jahren bin ich nun in der Pflege tätig. Als examinierte Krankenschwester arbeitete ich 4,5Jahre in einem öffentlichen Krankenhaus und bekam neben menschlichem Leid leider vor allem viele weitere negative Facetten des Menschen zu Gesicht. 

 

Undankbarkeit & Dreistigkeit seitens einiger Patienten sind Dinge, über die ich gut hinweg sehen kann. 

Viel schlimmer war das Klima in den Teams. Zugehörig fühlte ich mich in keinem so richtig, dazu wechselte ich während der Ausbildung einfach auch viel zu oft die Stationen. Von außen zu betrachten, wie sich unzufriedene und tief in der Midlife-Crisis steckende Frauen täglich bekriegten und gegeneinander ausspielten war einerseits amüsant. Andererseits kräftezehrend und zermürbend, wenn man selbst ins Kreuzfeuer geriet.


 

Kurz und knapp: der Pflegeberuf ist einfach nicht mein Ding. Ich lebe diesen Beruf nicht, weil ich ihn nicht liebe. 

Ich passe nicht in das System, irgendwie in gar keines. Ich verzweifelte oft, denn seinen Platz in der Welt

nicht zu finden löst Existenzängste & Zweifel aus. 

 

jetzt komm doch mal zum punkt

 

Was hat das ganze jetzt mit der Fotografie zu tun?

Zunächst einmal: JA, es stimmt. Ich höre auf zu fotografieren. Zumindest für 2Wochen im Juli.

Denn dort habe ich Urlaub und fahre nach Tirol !

 

Spaß bei Seite. Ich fahre zwar wirklich für zwei Wochen nach Tirol und werde in dieser Zeit dementsprechend

keine Shootings halten aber dennoch fehlt in diesem Blogeintrag noch die wichtige Pointe.

 

Seit Jahren treibt mich der Wunsch, selbstbestimmt und in Einklang mit mir und der Umwelt zu leben.

Ohne Moos - nichts los. Kurz gesagt war genau das wohl der Grund wieso ich diesen Traum bisher nicht 

einmal ansatzweise für realistisch und umsetzbar hielt.

 

Mittlerweile bin ich so oft ins kalte Wasser gesprungen und habe Disziplin und Durchhaltevermögen schon immer als mein Steckenpferd empfunden...dass ich euch nun verkünden kann:

 

Ich mache mich selbstständig

Ja ich tue es wirklich. Knall auf Fall werde ich mich ab August 2018, genau 2Jahre nach offiziellem Beginn meiner fotografischen Laufbahn, selbstständig machen. Der Businessplan steht, zumindest im Kopf. Einige Seminare und Beratungen werde ich noch mitnehmen. Seit Tagen arbeite ich die Nächte durch. Drei Stunden Schlaf sind Luxus. Doch die Selbstständigkeit soll gut geplant und abgesichert sein. 

 

Es wird so gut wie alles von grundauf neu gestaltet und konzipiert werden. Die Gutschein- & Flyerbestellungen gehen in den nächsten Tagen raus. Der Büroartikelladen wurde bereits geplündert und Verträge sowie Angebotslisten geschrieben und gedruckt. Ab sofort wird es auch liebevoll verpackte und gestaltete Kundenpakete geben. Der Kunde soll König werden !

Das ist die Devise und dafür werden sicher noch einige Nächte drauf gehen. Dennoch bin ich zuversichtlich und blicke dem immensen Arbeitsaufkommen mit Freude entgegen. Die Motivation ist größer den jeh und meine Überzeugung, dass am Ende alles gut wird, beruhigt ungemein. 

Ich beende diesen Artikel mit einem Zitat von C. Bischoff

zweifel töten mehr träume, als versagen es jemals könnte

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Kommentare: 1
  • #1

    Ramona (Sonntag, 13 Mai 2018 22:37)

    Lisa �, ich tanze. Ich bin ja soooo positiv überrascht und mir gehen die ganze Zeit unsere Gespräche der (wenigen) gemeinsamen Dienste durch den Kopf.
    Ich denke, alles musste so, genauso passieren, damit du deinen Herzensweg endlich gehst. Du bist die perfekte Fotografin, mit so viel Herz für Details und der Liebe für Mensch und Tier- das ist der richtige Schritt- ich freu mich so für dich, ich könnte grad echt heulen �